Montag, 14. Mai 2007

Sa, 4.5. Abschlussabend!

Nach sechszehn Tagen Festival war das die letzte intensive Zusammenkunft kreativer Geister. Die Projekt X Crew um Gerald Votava trat als die jolly friends auf und lieferten eine eigenwillige Interpretation von Udo Jürgens und anderem Schlagermaterial.
Darauf folgten die versprochenen 166 Jahre Schweinerock von BOYTH CLUB. Im Veilchen spielten parallel dazu u.a. die Band Vuveny aus Zagreb.
Nach also über 2 Wochen reger Betriebsamkeit, Diskurs und Auseinandersetzung beginnt nun die Aufarbeitung der Eindrücke. Die Zusammenkunft verschiedenster KünsterlInnen aus den unterschiedlichste Sparten, die in einem dichten Programm zusammengekommen sind, hat es wieder ermöglicht eine besondere Stimmung zu erzeugen.
An dieser Stelle nochmals Dank an alle Beteiligten!

Samstag, 5. Mai 2007

Fr, 4. Mai

Der gestrige Abend begann mit der fünften und letzten Literaturperformance aus der Reihe GOLD!im mund, mit Sarah Fötschl, Matthias Lier, Rebecca Hofer und Martin Keßler, dessen Dokumentarfilm "kick it like FRANKREICH!" zu sehen war. (www.neuewut.de)
Das Kollektiv erarbeitete rund um diesen Film einen kritischen Realitätsentwurf zur Situation in Österreich, eine Performance, gerade noch nicht Theater, gerade nicht mehr off-Kommentar zum Film. Das Publikum war hocherfreut. Die erste "Lesung" mit zwei Vorhängen beim Applaus, die es seit langem im FORUM gab.
Weiter ging es mit der Big Band Formation Pop Ivan, die unser Publikum mit unterschiedlichsten Stilen von Rock über Jazz bis hin zu Balkan begeisterten.
Abgerundet wurde der Abend bzw. die Nacht dann mit der dreiköpfigen Band aus Rumänien Suie Paparude, die mit ihren Electronic Beats nochmals so richtig Stimmung erzeugten.

Freitag, 4. Mai 2007

Do, 3. Mai

Leo Kühberger und Laila Huber präsentierten einen Film über das Leben und die politischen Auseinandersetzungen von Sante Notarnicola. Der ehemalige berühmte Bankräuber und politische Aktivist in Zeiten der Gefängnis-, Fabriks- und Studentenunruhen in Italien war anwesend und beteiligte sich an der angeregten Diskussion über legitime Mittel der politischen Auseinandersetzung sowie über unterschiedliche Einschätzungen der aktuellen Lage in Italien und Europa.
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Donnerstag, 3. Mai 2007

2. Mai

Der gestrige Festivaltag widmete sich ganz den Reichen der globalisierten Gesellschaft und macht sich auf die Suche, wie die den zu ihrem Reichtum kommen. Daniel Erlacher zeigt im Rahmen in seiner Filmreihe agit.doc Dokus über Korruption und Lobbying in der EU, und den Oligarchen in Russland. Herwig Höller ergänzt die Filme mit einer Präsenation der von ihm kuratierten Fotoausstellung "Neureiche vier Wände", die überbordende Interiours russischer Neureicher zeigt. Alles in allem ein Abend, der für viele Hintergründe der Verteilung von Reichtum die Augen öffnet.
Die little drama waiters haben zum lezten Mal ihr Minenspiel zum Beste gegeben.
Damit bricht auch schon das letzte Festivalwochenende an, das noch viel zu bieten haben sollte.

Mittwoch, 2. Mai 2007

1. Mai Staatsfeiertag

Eigentlich sollten ja Charmant Rouge und Mimi Secue auftreten, aber leider musste Charmant Rouge in letzter Sekunde absagen weil ihr Schlagzeuger unvermittelt und heftig erkrankt ist. Mimi Secue traten dann doch auf aber erst mit einiger Verspätung. Die melancholisch schweren Lieder haben dann ganz in die doch etwas beschwerte Stimmung des Abends gepasst.
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Dienstag, 1. Mai 2007

...

Seit gestern steht Miriam Mone vor dem Tourismusbüro in der Herrengasse und versucht sich als Straßenmusikerin. Noch bis Freitag arbeitet sie von 9 bis 5 also nach klassischem Arbeitszeitenmodel fürs Publikum.
Ihr eigener Weblog mit den Erfahrungen von der Straße findet sich hier:
http://www.myspace.com/mimuunz

Das gestrige Abendprogramm hat mit dem von Johanna Moder gestalteten Filmabend begonnen. Eine dichte Filmauswahl zum Thema Armut wurde von einer anschließenden Diskussion abgeschlossen. Danach traten die little drama waiters in Aktion und haben ihr Stück Minenspiel aufgeführt. Ausgehend vom Veilchen nehmen die SchauspielerInnen als KellnerInnen getarnt das ganze Haus für ihr Stück in Anspruch und bespielen es, sehr zur Verwunderung einiger BesucherInnen im EG, denen nicht klar war das im Keller eigentlich ein Stück stattfindet.
Die Punk-Trash-Anarcho-Rock Band Fäidaboll gab sich dann die Ehre ihre exrtavagante Show dem Grazer Forum Publikum zu Gemüte zu führen. Immer hart über der Grenze des guten Geschmacks brachten die beiden den Beweis dass zu einem guten Auftritt nicht unbedingt gute Musik gehört.
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Samstag, 28. April 2007

Freitag. 27.4.

Olga Flor und Sophie Reyer haben gemeinsam mit einem Film von Norbert Prettenthaler den dritten Literaturabend der Reihe Gold! im Mund bestritten. Ein Dialog in Synchronstimmen.
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Anschließend hat Kalle Laar im Hauptraum seine herausragende Plattensammlung vorgeführt, an diesem besonderen Abend eine spezielle Komposition zum Thema Gold, Geld und Reichtum.
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Dieses Wochenende bespielt Simon Hafner mit seinen Netlabelnights das Veilchen.
Ein letzte Mal haben die Food Guerilla Buffets überfallen und die FmbH (Alexandra Müller als Arbeitssklavin) ihre Dienste gegen Nahrung angeboten.

Freitag, 27. April 2007

Do, 26.4.

Den Festivalabend hat Daniel Erlacher mit siner agit. Doc spezial Reihe begonnen und Filme zu Thema Macht und Medien gezeigt.
Anschließend hat Lena Braun aka Queen Barbie zur Panzerknackerparty ins Veilchen geladen. Zu sehen war dort das fotografische Ergebnis ihrer Criminal Castings vom Eröffnungsabend.
Aber Lena Braun war nicht untätig und hat auch an diesem Abend die kriminelle Energie des Publikums untersucht. (siehe Foto)
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Musikalisch untermalt wurde das Ganze von einer wild fröhlichen Auflegerei von den famosen Schwestern Brüll aus Wien
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Food Guerilla – Partisanenbericht

In Hundemasken werden die Buffets bei zeitgleichen Vernissagen entführt. Ein Fluchtauto steht bereit. Die Beute wird an geeigneter Stelle verschenkt oder nochmals in einem anderen Kontext ausgestellt. Der geplünderte Ort wird gekennzeichnet. Dies wird als Auszeichnung/Qualitätssiegel angesehen.
Ein Projekt von Julia Tschaikner

Food-Guerilla

24.04.07
Bundesdenkmalamt:

Erster Überfall und Generalprobe. Das Buffet bei der Ausstellungseröffnung im Bundesdenkmalamt ist leider nicht sehr groß, aber wir werden freundlich aufgenommen. Das überwiegend ältere Publikum bittet uns zu bellen und freut sich über die netten Hunderl. Trotzdem können wir von unserem terroristischen Vorhaben nicht absehen und ergattern ein Packerl Orangensaft, Cocktailtomaten und einige Grissini. Das wird auch gleich auf der Straße an hungrige und erschöpfte Passanten verteilt. Ein erster Erfolg für die Gerechtigkeit.

25.04.07
ORF Landesstudio & Babenbergerhof:

Heute wird es ernst. Vernissage der beiden Architekten Szyszkowitz&Kowalski in den ORF-Landesstudios. Kein Üben mehr, sondern professionell organisierte RobinHood-Kriminalität. Wir warten Reden und ständiges Zwischenapplaudieren ab, stürmen dann in Richtung Buffet. Der Schnauzer versucht die Massen mit Flugzetteln, Origami und einem Stencilplakat zu beschwichtigen und von unseren hehren Motiven zu überzeugen. Der Dalmatiner und der Beagel versuchen die Schinkenkipferl in Kisten umzuladen. Auf einmal wird der Dalmatiner enttarnt, da ihm der Herr des Hauses die Maske vom Kopf reißt. Es braucht Argumentation und Erklärung unserer noblen Ideale, aber sie zeigen keine Wirkung. Der Herr fühlt sich beraubt und zerrt an der Kiste die der Beagel in der Hand hat. Der kann sie aber zurückerobern, schnappt noch zwei Kipferln und verlässt das Lokal. Eine zweite Kiste muss zurückgelassen werden. Die anderen Hunde flüchten auch verwirrt über das Unverständnis der Besitzerklasse. Kaum im Forumheadquater angekommen wird eine Diskussion über Umverteilung mit der Beute unterfüttert. Der zweite Teil wird in den Babenbergerhof gebracht, der an sich schon ein karitatives Unternehmen ist. Dort wird gejazzt und man freut sich über die Ankunft des Rudels. Die Leute werden informiert, die armen Musiker mit Essen versorgt. Aber es wäre keine Umverteilung wenn wir nicht auch dort etwas mitnehmen würden. Der große Erfolg ist eine kleine, aber sehr qualitätsvolle Hartwurst, die an zwei hungernde Künstler im Peepatelier gebracht wird. Wir fühlen uns erschöpft, glücklich, unverstanden, aber lassen uns um nichts in unserer Motivation die Welt zu einer besseren zu machen einschränken.


26.04.07
Lorli Ritschel Foundation, Katholische Hochschulgemeinde, Bene Zumthobel Graz:

Jetzt aber richtig. Heute haben wir volles Programm und sind überzeugt, dass wir es schaffen der Oberschicht ein Stück ihres Wohlstandes zu entreißen und ihn dem Prekariat zukommen zu lassen. Der Grundherr, der uns gestern noch angefeindet hat, lässt uns per Telefon ausrichten, dass er ja eigentlich eh für die Kunst der Umverteilung zu haben ist und auch er kein böser wäre, aber in der Hektik ging halt alles so schnell. Das kann uns nur bestärken. Ab in die Innenstadt zur Vernissage der Lorli Ritschl Foundation. Wir fahren in einem engen Liftabteil in die Ungewissheit, stürmen in die Galerie wo vereinzelt Leute herumstehen, Wein trinken und Kunst betrachten. Sehr schick. Das Buffet gleicht dem Schlaraffenland. Die Leute erstarren zu Salzsäulen und nehmen unsere Flugzettel freundlich lächelnd an. Keiner wagt es den Helden zu spielen und uns am Plündern zu hindern. Gut so. Wir erbeuten Kapern die so groß sind wie Melonen, SanDaniele-Schinken, Pastetchen und ein mehrere Kilo schweres Stück Parmesan.
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Dann die steilen Stiegen hinab und in das Auto um gleich zum Videodreh des Binder&Kriegelstein-Videos zu fahren. Aus zuverlässigen Partisanenquellen wissen wir, dass es dort etwas zu holen gibt. Milde Enttäuschung als wir den Saal betreten. Die Videodreher sind selbst arm wie Kirchenmäuse, aber wir können sie nicht verschonen, schließlich haben wir eine Mission. Wir nehmen ihnen ein Baguette und zwei Becher Gulasch aus der Kanone. Dafür leisten wir aber auch Dienste und stellen uns kurz schunkelnd vor den Bluescreen. Zurück zur Homebase und im Park ein Obdachlosenbuffet aufgebaut. Sehr gut. Arbeiterklasse bedien dich. Wieder los zu einer Vernissage in die Katholische Hochschulgemeinde. Wenig Kunst, wenig Menschen, aber ein Buffet. Wir werden fotografiert, man sieht uns zu und bei der Flucht steht man uns sogar Spalier. Die Katholen waren immer schon für Umverteilung zu haben. Leichtes Spiel. Richtig hart wird es erst beim Bene-Center wo die AllesWirdGut-Architekten sich feiern lassen. Zwar glauben wir auch daran, dass alles gut wird, aber unsere Erfahrungen mit der Architektengemeinde vom Vortag hat uns doch etwas eingeschüchtert. Durch die Glasfront sehen wir schon das Buffet, dass mehr Kunstobjekten als Nahrung ähnelt. Wir warten ab. Der richtige Zeitpunkt ergibt sich erst nach einiger Zeit. Wir stürmen. Alles weniger gefährlich als erwartet. Die Architekten sehen uns verdutzt an, manche denken sogar wir sind Teil der Abendgestaltung. Kreuz und Quer zwischen schwarzen Anzügen. Spargelspießchen, Pastetenspießchen, Calamarispießchen, Weiß- und Nanbrot. Was Herz und Magen begehren. Die Soßen müssen wir stehen lassen. Zufrieden geht es zurück ins Forum. Wir spüren es. Der Gesinnungswandel setzt ein. Die Reichen freuen sich, die Armen sind dankbar. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet Hunde die Welt verändern würden?

Konzept: Julia Tschaikner
Text: Matthias Aberer

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